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Hier finden Sie Informationen zu den Themen, die von der BU aktuell behandelt werden bzw. in der Vergangenheit diskutiert wurden. Regelmäßig treffen wir uns am 2. Montag im Monat um 19.30 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses (Eingang Parkplatz). Auch hier gilt: Herzlich Willkommen.

Borgholzhausen braucht keinen III Bauabschnitt im Interkommunalen Gewerbegebiet – BU positioniert sich auf ihrer Klausurtagung

Die Borgholzhauser Unabhängigen lehnen eine Erweiterung des Interkommunalen Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold (IBV) über die bestehenden beiden Bauabschnitte I und II hinaus aus verschiedenen Gründen entschieden ab, bekennen sich aber ausdrücklich zu den Gewerbetreibenden in Borgholzhausen und begrüßen im Grundsatz – auch mit Blick auf die Sicherung von Arbeitsplätzen und dasgewerbliche Steueraufkommen – jede unternehmerische Aktivität. So lautet die einhellige Meinung der BU zur Frage eines III. Bauabschnittes im IBV, die am zurückliegenden Samstag, den 21.03.2015 im Rahmen einer ganztägigen Klausurtagung im Bürgerhaus neben anderen wichtigen Themen, die die Bürger in Borgholzhausen bewegen, in großer Runde diskutiert wurde .

Für die Ausweisung eines III. Bauabschnittes im Interkommunalen Gewerbegebiet besteht aus Sicht der Borgholzhauser Unabhängigen kein Bedarf, da insbesondere der II. Bauabschnitt über umfangreiche Flächenreserven für gewerbliche Ansiedlungen verfügt sowie im Flächennutzungsplan weitere Flächenreserven im Bereich Hamlingdorf vorhanden sind. Im Bereich des II. Bauabschnittes wurde im Interkommunalen Gewerbegebiet bislang lediglich eine kleine Teilfläche veräußert; sie wird derzeit bebaut. Da eine umfangreiche Nachfrage nach gewerblichen Bauflächen in Borgholzhausen offenkundig nicht besteht, sind aus Sicht der BU weitere kommunale Investitionen sowohl in die Planung als auch in den Flächenankauf sowie den Ausbau eines dritten Bauabschnittes nicht vertretbar.

Der vielfach vorgebrachten Sichtweise, den III. Bauabschnitt noch vor Rechtskraft des in Aufstellung befindlichen Landesentwicklungsplanes in trockene Tücher bringen zu müssen, können sich die Borgholzhauser Unabhängigen keineswegs anschließen. Derzeit befindet sich der Landesentwicklungsplan im Aufstellungsverfahren. Über die zukünftige Konkretisierung der bisherigen landesplanerischen Zielsetzung, den Flächenverbrauch landesweit auf 5 ha am Tag zu begrenzen, kann zurzeit lediglich spekuliert werden. Wenig zielführend ist es daher, den aus Sicht der BU grundsätzlich sinnvollen Absichten des Landes NRW zum flächenschonenden Bauen, mit Aktionismus und vorschnellen Ausweisungen von Gewerbegebieten auf kommunaler Ebene begegnen zu wollen. Nach Auffassung der BU sollte das Ziel der Landesregierung, die Flächeninanspruchnahme für Siedlungsausweisungen zu reduzieren, im Übrigen keineswegs mit der Annahme fehlinterpretiert werden, die Landesregierung wolle die gewerblich-industriellen Entwicklungsmöglichkeiten im industriell geprägten Bundesland NRW abwürgen.

Andere Gründe, die verschiedenfach zur Begründung eines dritten Bauabschnittes im IBV vorgebracht werden, umfassen Aspekte, wie die Gemeindefinanzierung durch Gewerbesteuereinnehmen, die nachhaltige Stabilisierung der Einwohnerzahl in Borgholzhausen sowie die Zielsetzung, einen Einwohnerzuwachs zu erreichen.
Aus Sicht der BU zeichnet sich die Stadt Borgholzhausen bei ihrer Gewerbestruktur durch einen vergleichsweise breiten Branchenmix aus; die Stadt ist damit – wie die aktuellen Gewerbesteuereinnahmen zeigen – zukunftsfähig aufgestellt. Es ist davon auszugehen, dass Gewerbesteuereinahmen auch künftig im vergleichbaren Umfang zur Verfügung stehen bzw. durch die gewerbliche Nutzung der bestehenden Flächenpotenziale im II. Bauabschnitt des Interkommunalen Gewerbegebietes sogar steigen werden. Eine Ausdehnung der gewerblichen Siedlungsflächen zu Lasten landwirtschaftlicher Betriebe sowie von Natur und Landschaft bedarf es daher nicht.

Das Angebot an gewerblichen Arbeitsplätzen sowie die Nähe zwischen Wohnort und Arbeitsplatz stellt aus statistischer Sicht bei der persönlichen Standortentscheidung für einen Wohnort für die überwiegenden Menschen kein Hauptkriterium dar. Höhere Gewichtungen bei der Standortwahl besitzen neben dem sozialen Umfeld vor allem die Umweltbedingungen, Naherholungsqualitäten, die Erreichbarkeit von Kindergarten, Schulen, Freizeit- und Sportangeboten sowie von Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie die ärztliche Versorgung. Auch in diesem Zusammenhang ist eine expansive Ausweisung von Gewer-begebieten nicht sinnvoll.

Zusammenfassend wären die negativen Auswirkungen einer Ausweisung und Realisierung des III. Bauabschnittes, insbesondere mit Blick auf den Verlust landwirtschaftlich genutzter Flächen, die Veränderungen von Natur und Landschaft sowie des Landschaftsbildes, die Qualitätsverluste im Bereich der Naherholung und der touristischen Potenziale sowie die erheblichen Störwirkungen für die bestehenden Wohnnutzungen im näheren Umfeld und weiteren Bahnhofsumfeld gravierender als etwaige Vorteile sowie potenzielle Gewinne einer Standortausweitung. Vor diesem Hintergrund können die Borgholzhauser Unabhängigen einer weiteren gewerblichen Entwicklung im Bereich der Interkommunalen Gewerbegebietes nicht zustimmen.

23.03.2015