Wer versorgt Borgholzhausen zukünftig mit Strom?

Diese Frage stellten sich die Borgholzhauser Unabhängigen in ihrer letzten öffentlichen Sitzung im Oktober. Jeder einzelne Bürger kann zwar für sich entscheiden, bei welchem Unternehmen er seinen Strom - welcher Farbe auch immer - einkauft, das Stromnetz der Stadt Borgholzhausen wird allerdings von einem Unternehmen, der RWE, betrieben und die Stromlieferanten der Piumer haben entsprechende Durchleitungsgebühren zu bezahlen. Die Rahmenbedingungen zum Betrieb des Stromnetzes sind in einem Konzessionsvertrag geregelt, der im März 2011 ausläuft. Die Stadt Borgholzhausen hat somit kurzfristig zu entscheiden, wie die Stromversorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der ortsansässigen Betriebe demnächst sicherzustellen ist.

Es besteht zum einen die Möglichkeit, mit einem interessierten Unternehmen - es gibt drei Bewerber unterschiedlicher Größenordnungen - einen neuen Konzessionsvertrag mit bis zu 20 Jahren Laufzeit abzuschließen oder zum anderen die Option, das Stromnetz eigenständig zu betreiben. Diese zweite Möglichkeit ist eher unrealistisch, aber es besteht auch die Möglichkeit einer prozentualen Beteiligung beim zukünftigen Versorger. Es ist also die Frage zu klären, ob die Stadt Borgholzhausen feste jährliche Konzessionsabgaben oder unsichere Unternehmensgewinne vereinnahmen möchte.

Ist alles nur eine Frage des Geldes? Nein - es ist ganz klar auch der Aspekt Qualität zu klären! In Konzessionsvertrag oder Unternehmensbeteiligung ist festzuhalten, dass die Versorgungssicherheit im Borgholzhauser Stromnetz immer gewährleistet bleibt. Weiter ist der Stromfluss keine Einbahnstraße. Bereits jetzt wird an vielen Stellen über Windkraft und Photovoltaik Strom in das Netz eingespeist. Der zukünftige Netzbetreiber muss sicherstellen, dass dieser Anteil an regenerativen Energien weiter ausgebaut werden kann. Dies setzt in den nächsten Jahren einige Investitionen voraus.

Für die Stromversorgung in Pium sind in den nächsten Wochen entscheidende Weichen zu stellen. Um diese wichtige Entscheidung vorzubereiten, hat der Haupt- und Finanzausschuss auf Antrag der BU einen Arbeitskreis zur Unterstützung der Verwaltung einzurichten.

05. November 2010

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